Sterzing – Rovereto geplant wieder mit dem Buch „Traumtouren Transalp“ von Ulrich Stanciu und gefahren von 6.8.2004 bis 12.8.2004 mit Jochen (Obersdorf - Riva Partner) und Geri Dampflok (Salzburg – Hermagor Partner)

 

Wieder ist ein Jahr vergangen und so stand die nächste Herausforderung vor der Tür. Die diesjährige Tour führte uns in die Dolomiten. Diese waren immer schon ein Traum von mir, jedoch wollte ich es nicht übertreiben und so waren eben die Touren in den Alpen der Jahre davor als Vorbereitung zu sehen.

Die Strecke wurde von meinem Partner von vor zwei Jahren, Jochen und mir festgelegt. Zuerst war von mir auch eine „Runde“ in den Dolomiten vorgeschlagen worden, jedoch war dies mit dem Buch nicht wirklich machbar. Das Roadbook wird nämlich nur von Nord nach Süd ausgegeben und so hätten wir für die Hälfte der Runde händisch ein neues Roadbook erzeugen müssen. Der Aufwand war zu groß und so entschlossen wir uns zur Strecke Sterzing – Rovereto.

Rovereto nur aus dem Grund, weil wir für eine Nacht am Gardasee (und nähere Umgebung) kein Quartier bekamen. Das Schöne an der ganzen Sache war dann auch, dass wir in Rovereto ein Auto zur Verfügung hatten.

Dieses Jahr waren wir also zu dritt und gleich vorweg, es lief ausgezeichnet. Obwohl sich der Jochen und der Geri nicht wirklich kannten, verstanden sie sich auf der Tour ausgezeichnet.

 

Hier nun die ausgerechneten Daten der geplanten Strecke und das Höhenprofil:


 

 


So sehen nach ausgewählter Strecke die Tourdaten im Transalpprogramm aus. Nun hat man noch die Möglichkeit mittels der Software sich dementsprechende Tagesetappen (mit Höhenmeter und Kilometerberechnung) zu planen. Die gesamte Planung hat dann 7 Tage ergeben im Durchschnitt mit 55km und ca.1600Hm.

 


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Das Höhenprofil:

 






 

1.Etappe Sterzing – Moos (St. Lorenzen)

 

Die erste Etappe war schon vom Profil und auch von der Auswahl her so angelegt, um den beiden, Geri und Jochen die Möglichkeit zu geben sich ein wenig zu beschnuppern. Dies wurde natürlich auch schon am Vortag gemacht bei einem gemeinsamen Abendessen, aber der Radweg zu Beginn der Tour hat dazu noch besser beigetragen.

Dieses Jahr hatte ich aber gar keine Bedenken, dass sich die beiden nicht verstünden. Geri kenne ich schon aus meiner Kinderzeit und Jochen nun auch schon über 13 Jahre.

So nun geht’s aber los. Start in Sterzing und gleich der erste Fehler. Laut Roadbook mussten wir durch die "Altstadt" und dann links, leider war die andere Seite der Altstadt gemeint. Macht nichts, zurück und neuer Start. Die ersten 25km waren richtig gut zum Einrollen - teils Radweg teils Waldweg. Ab Mühlbach ging's dann aber richtig los. Fast 1000Hm in einem Stück bergauf. Zuerst bei 30°C eine Asphaltstraße hoch, danach durch den Bannwald (Schotter immer leicht ansteigend bis zum höchsten Punkt dieses Tages - 1687Hm). Danach rasante Abfahrt bis zu einem Berggasthof, wo wir Mittag machten. Kleine Häppchen und Getränke dann ging's weiter bis Moos. Quartier haben wir im Hotel Martiner-Hof (in St. Lorenzen) bezogen (Swimmingpool inklusive). Toller Start!!!!

Etappendaten: 63km und ca.1485Hm

 

 

 





2. Etappe Moos – Pederü Hütte

 

Heute sollte die erste Touränderung durchgeführt werden. Aufgrund der großen Auslastung am Fanes Haus mussten wir auf der Pederü - Hütte Quartier beziehen. Echt lustig drei Männer mit einer Italienerin.

Nun aber zum Tag. Start um 8 Uhr mit einer Schotterauffahrt rauf zum Kronplatz (ca.1200Hm in einem Stück). Oben angekommen haben wir den WP nicht gefunden und herumgesucht. Durchs Gestrüpp das Rad getragen und den nächsten WP gesucht um wieder auf die richtige Strecke zu kommen. Die Suche hat sich gelohnt, denn danach folgte der erste super Trail ca. 5km lang (Film und Bilder). Auf Schotter und Asphalt weiter runter bis Enneberg und St. Vigil. Die Auffahrt zur Pederü - Hütte erfolgte auf Asphalt bei leichtem Anstieg. Kaum oben angekommen begann es zu regnen. Schön wenn man sein Ziel erreicht bevor es zu regnen beginnt. Das Zimmer war einfach, mit Bad und Dusche am Gang. Warmwasser war vorhanden. Für eine Schutzhütte waren die Wirtsleute für meinen Geschmack ein wenig zu unfreundlich. Aussagen wie „Wenn sie jetzt noch ein Brot möchten gibt’s zum Frühstück weniger“ gehören sicher nicht auf eine Schutzhütte. Na gut, auch diese Nacht haben wir überstanden.

Nach dem Essen haben wir dann noch eine Weile Mini Boules am Parkplatz gespielt. Habe ich im Rucksack gehabt - Geburtstagsgeschenk von Jochen und man hat ja sonst nicht so viel mit :-).

Etappendaten: 46,6km und ca. 1880Hm






3.Etappe Pederü Hütte – Rifugio Averau

 

Zum Start mussten wir heute die nicht gefahrenen Höhenmeter von gestern nachholen. Gott sei Dank erst heute. Gestern wäre dies die Hölle geworden, da es ja nach unserer Ankunft auf der Pederü - Hütte zu regnen begann. Auffahrt auf Schotter bei durchschnittlich 12%, alles gefahren jedoch mit Pausen. Das Wetter war bei der Auffahrt auch nicht besonders (bedeckt und nicht viel zu sehen). Jetzt sind wir schon in den Dolomiten und haben noch keinen Berg gesehen. Oben auf der Fanes - Hütte jedoch sollte es so weit sein. Die Wolkendecke riss auf und die Berge leuchteten uns ein Stelldichein. Am Limojoch angekommen wurden einmal die ersten Fotos gemacht. Nach einer kurzen Pause dann die Abfahrt. Echt tolle 5km, zum Teil mussten wir die Räder tragen und schieben, jedoch mit einem Wermutstropfen. Kurz vor Ende der Abfahrt ließ bei Gerald laut seinen Aussagen die Konzentration nach und ein Sturz war die Folge. Die linke Hand wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. Sollte ihn dann doch die ganze Tour beeinflussen und dementsprechend war dann die Weiterfahrt. Gerald hatte ziemliche Schmerzen bei der nächsten Auffahrt zum Passo Valparola (teils Asphalt, teils Schotter). Damit wir an einem Tag gleich alles haben, wurde es nach dem Sonnenschein, dem Unfall nun auch noch schlecht. Regen sollte uns begleiten bei der letzten Auffahrt zu unserem nächsten und zugleich auch höchsten Punkt der Tour - dem Rifugio Averau. Fast 2 Stunden Dauerregen und Wind gingen an die Substanz. Vorbei an den mächtigen Felstürmen 5 Torri, quälten wir uns zum Schluss nur noch das Rad schiebend rauf zum Rifugio Averau. Das Rifugio jedoch ließ alles vergessen. Super Wirt, super Essen und gutes Zimmer. Warmwasser und Heizung inklusive!!! Gerald versorgte mal seine Wunde und dann wurde auch noch über eventuelle Alternativen nachgedacht (Spital am nächsten Tag). Mal schauen was der nächste Tag bringt.

Etappendaten: 40,3km und ca. 2040Hm

 

 

 



 

 

 


4. Etappe Rifugio Averau – Falcade

 

Nach dem gestrigen Regenaufstieg wurden wir heute mit traumhaftem Wetter belohnt. Schon in der Früh strahlend blau mit Sicht auf alle umliegenden Berge (inkl. Marmolada!!). Zu Beginn gleich ein Trail auf einem Wanderweg quer unter einer Wand entlang. Diese Abfahrt hat aber dann schon viel Zeit und einiges an Kraft gekostet. Zuerst ging’s dann auf Asphalt weiter und danach eine schwierige Schotterauffahrt bis zum Rifugio Fertazza. Mittagspause und dann teils auf der Schipiste rauf zum Gipfel Fertazza (Bild mit Metallkreuz) geschoben. Von dort an begann die im Buch so toll beschriebene Abfahrt nach Alleghe (ca.6km und 1000Hm) nur Trail’s und Pfade. Zu Beginn nicht fahrbar, danach auch ziemlich schwierig. Geri's Hand hat gut mitgespielt und so wurde diese Abfahrt auch zum Erlebnis. Sie hat aber extrem lange gedauert und so war es schon ein wenig spät als wir in Alleghe ankamen. Zum Glück blieb das Wetter schön. Kurze Pause und dann ging's weiter. Zuerst auf Asphalt und danach auf Schotter. In Forcallo San Tomaso verlief die Strecke im Wald und da haben wir die falsche Abzweigung erwischt. Dadurch wurde die "Auffahrt" zum "Aufgang". Oben trafen wir wieder auf den nächsten WP und das bei genau gleicher Kilometerleistung. Echt lustig. Nach ca.9,5 Stunden dann Ankunft in Falcade. Die Zimmersuche erwies sich als etwas schwierig (Ferragosto in Italien) und so mussten wir nehmen was wir angeboten bekamen. Wurde dann zum teuersten Quartier der Tour (aber ohne großen Luxus, 43€ mit Frühstück). Etappendaten: 48km und ca. 1610Hm


 


 


5. Etappe Falcade – Albergo Al Pin (in Caoria)

 

Der beste Tag bis jetzt. Gestartet in Falcade und zuerst auf Asphalt rauf auf den Passo Valles (2032Hm). Jochen brauchte eine Zeit bis er warm wurde. Kurze Asphaltabfahrt und danach durchs Val Venegia Tal eine Traum Schotterauffahrt (Bilder!!!). Serpentinen und tolle Aussicht. Wetter war den ganzen Tag bewölkt, jedoch kein Regen. Oben am Berg Baita Segantini wurde Mittag gemacht (mit Polenta und Gulasch), nachher Abfahrt zuerst auf Schotter danach auf Asphalt bis San Martino di Castrozza (Palazzo Foto). Das Höhenprofil zeigte uns nun noch eine Schotterauffahrt um an den kritischsten Punkt der Tour zu kommen. Von der Malga Tognola sollte laut Roadbook ein 3,2km langes Trage und Schiebestück abwärts folgen!!!! In Wirklichkeit jedoch wurde es zur schönsten und geilsten Abfahrt unserer Tour. Wir fuhren ca. 90% des Trail's über Wurzeln, Steine, kleine Bäche usw. Sogar Geri hat auf seine verletzte Hand vergessen und ist vor uns dahingepresst, dass wir nur so schauten. Gott sei Dank haben wir dieses Stück nicht ausgelassen. Das nächste Quartier (Albergo Al Pin) war dann wieder ein Traum (Halbpension mit Rad- und Kleidungswäsche!!!) und abendlichem Boccia- Spiel auf der Hausbahn!!! Besser kann ein Tag nicht laufen, mal schauen was morgen kommt.

Etappendaten: 58,8km und ca. 2032Hm








6. Etappe Albergo Alpini - Calceranica Al Lago

 

Der heutige Tag sollte einer der anstrengensten werden aber auch der, der Änderung. Von den Kilometern her war dieser Tag von Haus aus der längste und hinzu kam auch noch, dass wir vom Vortag noch Höhenmeter bis zum geplanten Ziel, dem Rifugio Refavaie, noch zu fahren hatten. Zuerst also die Asphaltstrasse rauf zum Rifugio und danach weiter auf Schotter bis zum Passo 5 Croci. Klingt einfach war es aber nicht. Davor lagen nämlich 1200Hm in einem Stück. Meine Auffahrt wurde zur Qual. Eigentlich sollte der ganze Tag nicht meiner werden, nur wusste ich dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich brauchte für die Auffahrt rund 3,5 Stunden und die anderen zwei mussten ca. 30 min. auf mich oben warten. Zu meiner Entschuldigung muss ich jedoch hinzufügen, dass ich mir schon am Etappenstart ziemliche Gedanken darüber machte wie wir unser heutiges Quartier (Wunschquartier leider wieder voll) noch finden werden. Wir haben nämlich schon gemerkt, dass um diese Jahreszeit die Italiener ziemlich stark vertreten sind. Dazu kommt noch, dass unser nächstes Ziel der Kaiserjägerweg als Ausflugsziel ziemlich gefragt war. Nun gut als auch ich nun oben war, waren die beiden schon halb erfroren 17°C. Die Stimmung war nicht die Beste. Die Abfahrt selbst war dann auch nicht allzu aufregend außer, dass sie extrem lang war. Höhenunterschied 1600Hm, Temperaturunterschied 20°C. Unten hatten wir nämlich 37°C. Ach ja zwischen drinnen haben wir Mittag gemacht und der Jochen und der Geri haben gleich einen ganzen Ochsen zu Essen bestellt. Ich habe mich mit Kaninchen begnügt. Sollte sich noch rächen das Essen!!!! Meine Stimmung wurde nicht besser und als wir nun so vor dem letzten Anstieg für heute standen (ca. 1000Hm) stellte sich für mich nicht mehr die Frage wie komm ich da rauf sondern ohne Zimmer brauchen wir da gar nicht rauf. Nach einigem hin und her wurde dann folgendes entschieden: Wir suchen uns ein Zimmer in der Nähe und fahren morgen auf direktem Weg (Bundesstrasse) nach Rovereto. Die letzte Etappe wäre sonst zur Mörderetappe geworden (2500Hm und ca. 50km!!!). So wurde es dann auch gemacht und der Abend wurde noch zu einem kleinen Erlebnis. Wir bezogen ein Zimmer in Calceranica al Lago direkt am See. Gleich noch ein Bad genommen und danach ausgiebig gespeist.

Etappendaten: 75km und ca. 1585Hm


 

 

 

 


7. Etappe Garni Bellavista – Rovereto

 

Heute also der letzte Tag, eine sogenannte Flachetappe nach Rovereto. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21km/h „flogen“ wir regelrecht nach Rovereto. Die Belohnung war ein halber Tag am Gardasee. War dann ein schöner Ausklang einer wunderbaren Tour.

Der Geri hat uns dann noch mit einem selbstgemachten Leibchen überrascht - "Alpencross 2004"

Etappendaten: 34km und ca. 355Hm

 

 


Mein Fazit:

Die heurige Tour war für mich und ich glaube auch für die anderen beiden ein tolles Erlebnis. Gott sei Dank konnte Gerald nach seinem Unfall noch weiterfahren, hätte auch anders ausgehen können.

Von der Organisation her muss ich zugestehen, dass ich die Urlaubszeit, speziell den August, unterschätzt habe. Ich kann nur jedem raten der im August eine Tour in den Dolomiten plant, sich früh genug um die Quartiere zu kümmern. Auch eventuelle Alternativen sollten schon im Vorfeld ein wenig geplant oder diskutiert werden. Täglich mehr als 1500Hm zu fahren und das 7 Tage hindurch sollte man nicht unterschätzen. Ein paar Kilometer und Höhenmeter mehr in der Vorbereitung (ca. 11000Hm und 500km) hätten mir nicht geschadet.

Auf jeden Fall kann ich es jedem Biker empfehlen so etwas zu machen.

 

Es grüßt der Steirer

 

 

 

Zimmernachweis:

 

Hotel Martiner – Hof

I-39030 St.Lorenzen

www.martinerhof.com

 

Rifugio Pederü Berggasthaus

I-39030 Al Plan de Mareo

Tel: 0474 501086

 

Rifugio Averau

Via Enrico Mattei 26

I-32040 Borca di Cadore

Tel: 0436 4660

 

Albergho Al Pin

Via Seperandii 111

I-38050 Caoria-Canal San Bovo

Tel: 0439 710265

 

Garni Bellavista

Via Venezia 12

I-38050 Calceranica al Lago

Tel: 0461 723214

 

Garni Europa

Irgendwo in Falcade !!!!!!!!